Abschlussfeier Ausbildungsberuf "Landwirt/in"
Gesellenbriefe für 47 Bäuerinnen und Bauern

Abschlussfeier Landwirt/in 2018 - Auszubildende

Absolventen Lehrlinge

Eine solide landwirtschaftliche Ausbildung wird in den Landkreisen Dillingen und Donau-Ries großgeschrieben und so durften 47 junge Bäuerinnen und Bauern auf der Berufsabschlussfeier im August 2018 der ÄELF Nördlingen und Wertingen ihre Zeugnisse und Gehilfenbriefe in Empfang nehmen.

Mit dem erfolgreichen Ablegen der Abschlussprüfungen haben sie der Gesellschaft ihr Verantwortungsbewusstsein, ihren Willen und ihre Fähigkeit bewiesen, nachhaltig mit den natürlichen Ressourcen zu arbeiten.
Ein Beruf, der starke Frauen und ganze Kerle erfordert
"Seien Sie herzlich willkommen im Club der ausgebildeten Landwirte", rief der Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Wertingen dem bäuerlichen Nachwuchs in Bissingen zu. Mit der Mitgliedschaft in diesem Club ergäben sich Vorteile, aber auch Verpflichtungen, betonte Magnus Mayer. Die Pflichten und die schwankenden Agrarpreise machten das Leben eines Landwirts ebenso anstrengend wie spannend, auch wenn die landwirtschaftsferne Bevölkerung nur den idyllischen und naturnahen Bauernhof sehe. So individuell verschieden wie die Prüfungsabsolventen seien auch ihre Betriebe und so müsse jeder Betriebsleiter das Feld des Agrarbusiness auf seine ganz eigene Weise bespielen. "Auf jeden Fall aber haben Sie einen Beruf ergriffen, der starke Frauen und ganze Kerle erfordert, die mit Leidenschaft ihrer Arbeit nachgehen."
Ein Beruf für Fleißige
Die Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft seien in den vergangenen Jahren nicht allzu rosig gewesen, räumte Mayer ein. Die Berufsanfänger sollten sich daher keine Illusionen machen, das "goldene Zeitalter der Landwirtschaft wird vielleicht niemals kommen". In diesem Beruf seien nicht nur Leidenschaft und fachliches Wissen gefragt, sondern ebenso Nervenstärke, Gelassenheit, Fleiß, Durchhaltevermögen, Loslassenkönnnen und die Fähigkeit zur Kommunikation. "Die Grundlage dafür haben Sie mit Ihrer Ausbildung geschaffen."
Abschlussfeier Landwirt/in 2018 - BiLa

Absolventen BiLa

"Es geht nichts über einen gut ausgebildeten Landwirt"
Von der Bevölkerung sollten sich die jungen Landwirtinnen und Landwirte nicht beirren lassen, sagte der Behördenchef. "Eine nur oberflächlich informierte Öffentlichkeit wird immer besser wissen, was das Richtige gewesen wäre." Plumpe Generalangriffe auf die Landwirtschaft gelte es zu ignorieren, kritische Stimmen von Menschen, die um die Leistungen der Bäuerinnen und Bauern für die Natur wissen, jedoch aufmerksam zu registrieren. Mayer erinnerte die Prüfungsabsolventen daran, dass sie nicht nur schlechte, sondern auch gute Zeiten aushalten müssten.
Landwirte werden gebraucht
"Bringen Sie nicht gleich ihr gesamtes Geld beim Verpächter oder in der Landtechnik unter. Ein gut gefülltes Girokonto kann unglaublich entspannend wirken." Dillingens stellvertretender Landrat Hans-Jürgen Weigl wies darauf hin, dass die fortschreitende Technisierung der Landwirtschaft den gut ausgebildeten Landwirt nicht ersetzen kann. Der Verbraucher erwarte möglichst regionale Produkte, weil er um die hohen Standards wisse, unter denen die heimischen Landwirte arbeiten. Die Landwirte wiederum sollten sich immer vor Augen halten: "Ich erzeuge Lebensmittel, die ich mit gutem Gewissen jedem umweltbewussten Verbraucher anbieten kann."
Abschlussfeier Landwirt/in 2018 Mayerle-NebelZoombild vorhanden

Schulleiter Dr. Nebel und scheidender Lehrer Ulrich Mayerle

Baumaßnahmen beenden die Raumnot in den Landwirtschaftsklassen
Als Leiter des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums in Höchstädt überbrachte Dr. Helmut Nebel eine frohe Kunde. In den kommenden Jahren soll die Raumnot, unter der auch die Landwirtschaftsklassen leiden, durch umfangreiche Baumaßnahmen beseitigt werden. Außerdem wurde das Schulzentrum heuer als Seminarschule für Agrarwirtschaft anerkannt, in der angehende Lehrkräfte in ihrem ersten Referendarsjahr lernen können. Dieser Schritt sei nur konsequent, nachdem es in ganz Deutschland keine Berufsschule gebe, die so viele Schüler im Agrarbereich betreut wie das Schulzentrum in Höchstädt. Eine besondere Ehre war es dem Schulleiter, den scheidenden nebenberuflichen Berufsschullehrer Ulrich Mayerle mit einem Dankgeschenk auszuzeichnen. Seit 1994 hatte der Landwirtschaftsmeister auf seinem Betrieb in Wittislingen Praxistage durchgeführt.
Agrarbereich wird komplexer
"Die Zukunft wächst auf dem Land", stellte der Dillinger Kreisobmann Klaus Beyrer fest. Nach wie vor bilde nämlich die Landwirtschaft das Rückgrat der ländlichen Räume in Bayern. Allerdings werde der Agrarbereich immer komplexer und diffiziler, er stehe im Blickpunkt des medialen und gesellschaftlichen Interesses. Beyrer dankte den Praxisbetrieben, die einen wichtigen Beitrag zur guten Ausbildung der angehenden Landwirtinnen und Landwirte leisteten. Ziel der Ausbildung sei es, zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu befähigen und in schwierigen Situationen bei der richtigen Entscheidung zu helfen. Neben ihren Familien könnten sich die Landwirte dabei auch auf die Unterstützung des Bauernverbands verlassen.
Abschlussfeier Landwirt/in 2018 Hitzler-Löffler

Christoph Hitzler und Jonas Löffler

Rückblick der Absolventen
Die Prüfungsabsolventen Christoph Hitzler (Aislingen) und Jonas Löffler (Natterholz) hielten einen kurzen Rückblick auf ihre Ausbildungszeit in der Berufsschule. "Der Höhepunkt war unsere Abschlussfahrt nach Holland", sagte Hitzler. Dort wurden mehrere Betriebe besichtigt, bevor es – wieder zurück in der Heimat – in die anstrengende dreiwöchige Prüfungszeit ging. Mit einem humorvollen Gedicht charakterisierten Michael Kurtz (Schwenningen) und Christoph Hafner (Mörslingen) die Lehrkräfte, die sie in ihren BiLa-Kursen genießen durften. "Wir würden jederzeit wieder am BiLa teilnehmen", versicherte Kurtz. "Jetzt kann man uns auf die Natur loslassen."

Abschlussfeier Landwirt/in 2018 - Schlecht

Dominik Schlecht

Prüflinge Landwirtschaft besser als Fußball-Nationalmannschaft
Prüfungsausschuss-Vorsitzender Dominik Schlecht gab den Berufsanfängern den weisen Rat, dass „schneller, höher, weiter“ nicht immer das richtige Motto für ihre Betriebe sein muss. Bildungsberater Heinz Merklein vom Berufsbildungsamt Nördlingen ließ in einer Präsentation die zehn Prüfungstage auf den sieben Prüfungsbetrieben vorüberziehen. „Unsere Prüflinge haben es besser gemacht als die deutsche Nationalmannschaft bei der Fußball-WM“, sagte Merklein. Von 42 jungen Männern und sechs jungen Frauen, die zur Prüfung angetreten waren, schlossen sie 47 erfolgreich ab.
Gesamtdurchschnitt 2,64 erreicht
25 Prüflinge stammten aus dem Landkreis Donau-Ries, 17 aus Dillingen und sechs weitere aus anderen Landkreisen. 28 traten die Prüfungen nach einer regulären Ausbildung an, 20 auf dem zweiten Bildungsweg nach dem Durchlaufen des Bildungsprogramms Landwirt. In der Abschlussprüfung erreichten die Kandidaten einen Gesamtnotenschnitt von 2,64. Über die vergangenen acht Jahre hinweg beliefen sich die Notenschnitte im Mittel auf 2,78. Sieben Prüflinge durften sich heuer über eine Gesamtnote von unter 2,0 freuen.
Abschlussfeier Landwirt/in 2018 - Faber

Manfred Faber, Behördenleiter AELF Nördlingen

Fortbildung auch in der Landwirtschaft wichtig
Beschlossen wurde die Freisprechungsfeier vom Leiter des AELF Nördlingen, Manfred Faber. "Bleiben Sie neugierig und flexibel", rief er den 47 jungen Landwirtinnen und Landwirten zu. "Halten Sie sich immer auf dem Laufenden und nutzen sie alle Möglichkeiten der Information und Fortbildung, sei es an der Landwirtschaftsschule oder über eine Mitgliedschaft im VLF." Die Gesellschaft, so Faber, dürfe sich freuen, dass es immer noch einen gut ausgebildeten Nachwuchs im Beruf der Landwirtschaft gibt.

Ehrungen

  • Die besten Prüfungsteilnehmer wurden mit Geschenken ausgezeichnet (in Klammern die Durchschnittsnote): Von den Auszubildenden Franz Obeth (Hemau/Lks. Regensburg; 1,59) und Daniel Baumgartner (Deisenhofen; 1,69), von den BiLa-Absolventen Michael Kurtz (Schwenningen; 1,69) und Daniel Rau (Zusamzell/Lks. Augsburg; 1,69).
  • Eine Staatspreisurkunde der Regierung von Schwaben erhielten Daniel Baumgartner, Franz Obeth, Felix Schlichte (Hillentrup/Lks. Lippe) und Daniel Schmidt (Alerheim).
  • Der Sonderpreis für das beste Berichtsheft ging an Manuel Kreß (Wallerstein).
  • Für die praktischen Abschlussprüfungen hatten sich sieben Betriebe zur Verfügung gestellt: Alois Kratzer und Stefan Mayer (beide Otting), Josef Libal (Burghagel), Thomas Wiedemann (Harburg), die Wagner GbR (Genderkingen), Klaus Wilhelm (Staudheim) und Stefan Rager (Laugna).
Abschlussfeier Landwirt/in 2018Zoombild vorhanden

Die Prüfungsbesten