Studierende der Teilzeitschule Hauswirtschaft bereiten Festtagsmenüs zu
Leckeres aus der Lehrküche - Superfood aus der Region

Die freiberufliche Journalistin Stefanie Saam war in der Teilzeitschule Hauswirtschaft in Nördlingen zu Gast. Sie berichtete anschließend ausführlich in den Rieser Nachrichten vom 16. Dezember 2017, was angehende Hauswirtschafterinnen für die Festtage vorschlagen. Lesen Sie ihren Beitrag.

Alle Jahre wieder steht an Weihnachten nicht nur das Christkind vor der Tür, sondern oft auch die Verwandtschaft. Da will man Eindruck schinden, aber auch nicht stundenlang gestresst in der Küche stehen. Bei der Suche nach einem raffinierten, aber nicht allzu komplizierten Weihnachtsmenü hilft Edith Auchter: Sie ist Fachoberlehrerin an der Hauswirtschaftsschule in Nördlingen. Diese wird von Brigitte Steinle geleitet und gehört zum Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Bis zu 22 Frauen pro Studiengang erlernen oder vertiefen hier hauswirtschaftliche Kenntnisse. Dazu gehört natürlich auch das Kochen, Backen und appetitliche Anrichten der Speisen.
Drei-Gänge-Menü
Heute stehen Variationen eines dreigängigen Menüs für die interne Weihnachtsfeier auf dem Lehrplan und die Heimatzeitung darf den angehenden Hauswirtschafterinnen über die Schulter schauen: Hauben auf's Haar und los geht’s. Das Weihnachtsmenü wird arbeitsteilig in mehreren Küchenkojen zubereitet und klingt verlockend: Als Entrée gibt es Rieser Rote-Beete-Carpaccio mit Ziegenkäse und Orangenfilets an Rucola.
Rieser Rote-Beete-Carpaccio mit Ziegenkäse und Orangenfilets an Rucola
Dazu die rote Knolle nach dem Auskühlen in hauchdünne Scheiben hobeln, den Monheimer Ziegenkäse würfeln, Orangen filetieren und zarte Rucolablätter in einer Vinaigrette schwenken. Stilvoll garniert Verena Weng das kulinarische Arrangement auf die Teller. Die Vorspeise schmeckt wunderbar aromatisch und bodenständig-exotisch zugleich. Superfood aus der Region: Da wird die Verwandtschaft Augen machen!
Der Hauptgang klingt ebenfalls machbar:
Schweinefilet in Pfefferrahmsauce mit Kräuterspätzle
"Das Fleisch ist von einem hiesigen Metzger. Oft haben unsere Teilnehmerinnen gute Kontakte zu Direktanbietern oder bauen selbst Lebensmittel zu Hause an", berichtet Auchter. Die Schweinefilets werden pariert, geschnitten und in Butterschmalz einige Minuten scharf angebraten. Dann kommen sie in Alufolie, wo sie nachziehen, während die klassische Pfefferrahmsauce entsteht. Insidertipp: 1 TL Senf und 4 EL Worcestersauce beigeben.
Ein echter Hingucker, aber einfach in der Herstellung sind die grünen Kräuterspätzle: Hierzu frische Kräuter sehr fein hacken und dem Teig beimengen. Ein Spätzleshobel besorgt den Rest. Nun die Lendchen aus der Alufolie nehmen, den Saft der Pfefferrahmsoße beigeben und die Filets darin noch etwas ziehen lassen. Butterweich und aromatisch: Die Verwandtschaft wird sich die Finger lecken!
Fehlt noch die Krönung jedes Festtagsmenüs: das Dessert.
Weihnachts-Strudel mit Spekulatius-Apfel-Füllung
Hier ist Monika Jaumann in ihrem Element: Sie hat einen Strudelteig vorbereitet, der ein wenig Übung erfordert: Es heißt, er müsse so dünn sein, dass man dahinter einen Liebesbrief lesen kann. "Ich mache den Teig jetzt zum sechsten Mal, das klappt schon!", lacht sie. Der Strudel kann als Teig oder nach dem Backen als Ganzes eingefroren und später unkompliziert auf den Festtagstisch gebracht werden. Das Besondere ist seine weihnachtliche Füllung mit Äpfeln, Rum, Lebkuchengewürz, Zimt und zerbröselten Spekulatiuskeksen. Reichlich bebuttert nimmt der hauchdünne Strudelteig die duftende Masse in sich auf. Bei 175 Grad wird er 40 Minuten goldbraun gebacken und dabei immer wieder mit Butter bestrichen.
Vanilleeis, Zimt und Puderzucker krönen den Weihnachtsstrudel: Er ist noch lauwarm und schmeckt zum Niederknien. Spätestens jetzt ist klar: Die Verwandtschaft wird auch nächstes Jahr wieder vor der Tür stehen. Versprochen!

Festtagsmenü - Gesamtergebnis, Zubereitungshinweise und Dekorationstipps

Hinter die Kulissen sehen
Wer Lust bekommen hat auf mehr, die Schulküche und alle anderen Unterrichtsräume noch intensiver kennenlernen und sich fit auf dem Gebiet der Hauswirtschaft machen möchte, für den könnte sich der Besuch des Studiengangs "Fachkraft für Ernährung und Haushaltsführung" am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten lohnen. Schauen Sie doch auch hinter die Kulissen und erweitern Sie Ihr Wissen und ihre Kenntnisse!
Informationen zum Studiengang "Fachkraft für Ernährung und Haushaltsführung", der im September 2018 zum 15. Mal in Nördlingen startet, gibt es unter

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Text und Fotos: Stefanie Saam (Erstveröffentlichung in den Rieser Nachrichten am 16.12.2017)