Achtung Waldbesitzer!
Borkenkäfer schwärmen aus

Heiße Temperaturen und Ausflug mehrer Jungkäfergenerationen bewirken Dauerschwärmen der Fichtenborkenkäfer. Die Suche nach Befallsherden jetzt unbedingt auch auf das Bestandsinnere ausweiten
Das heiße Wetter der vergangenen Wochen hat die Entwicklung der Borkenkäfer im Landkreis Donau-Ries beschleunigt. Die Waldbesitzer werden deshalb aufgerufen, ihre Fichtenwälder laufend gründlich auf frischen Befall zu kontrollieren.
Symptome erkennen
Frischer Befall ist am braunen Bohrmehl zu sehen, das sich auf Rindenschuppen, am Stammfuß, in Spinnweben oder auf der Bodenvegetation sammelt. Bei länger befallenen Bäumen färben sich die Kronen braun und die Rinde blättert ab. In solchen Fällen ist es wichtig, auch benachbarte Bäume intensiv zu untersuchen. Heuer ist besonders große Wachsamkeit geboten, um eine starke Vermehrung der Käfer zu verhindern. Denn wegen der idealen Lebensbedingungen im letzten Jahr haben mehr Käfer als sonst im Boden und unter der Rinde befallener Fichten überwintert.
Zügige Aufarbeitung ist notwendig
Befallene Stämme müssen rasch aufgearbeitet und dann entrindet oder mindestens 500 Meter aus dem Wald transportiert werden. Zudem ist es ratsam, die Baumkronen zu häckseln, denn die Käfer nutzen schon Äste ab drei Zentimetern Durchmesser als Brutstätte. Aber auch bisher nicht aufgearbeitetes Bruch- oder Windwurfholz aus vorausgegangenen Stürmen ist für die Käfer ideales Brutmaterial und soll daher zügig entfernt werden. Diese sogenannte „saubere Waldwirtschaft“ ist die einzig wirksame und bewährte Methode, um eine Massenvermehrung zu verhindern, die auch größere Waldflächen zum Absterben bringen kann. Beratung und Unterstützung bei der Bekämpfung bieten die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und die forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse.
Vorsicht bei der Aufarbeitung
Bei der Aufarbeitung wird zu größter Vorsicht geraten. Die Holzernte ist eine der gefährlichsten Arbeiten überhaupt und führt immer wieder zu schweren Unfällen. Deshalb sollten Waldbesitzer niemals alleine arbeiten und sich zudem vorab über den nächsten Rettungstreffpunkt informieren .

Rettungskette Forst - Bayerisches Staatsministerium Externer Link

Hilfen für Waldbesitzer
Für das Entrinden oder Häckseln befallenen Holzes können Waldbesitzer ab sofort Zuschüsse von bis zu vier Euro pro Kubikmeter erhalten, ebenso für eine Zwischenlagerung der Stämme außerhalb des Waldes. Wenn dafür Lagerplätze erst eingerichtet werden müssen, gibt es von Seiten der Forstverwaltung finanzielle und organisatorische Hilfe. In besonders betroffenen Regionen werden in den nächsten Monaten zusätzliche Förster eingesetzt, um die Waldbesitzer noch intensiver beraten und unterstützen zu können. Zudem sind finanzielle Anreize für Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse geplant, die Waldbesitzer über Pflegeverträge bei der Waldbewirtschaftung entlasten. Und darüber hinaus sollen regionale Runde Tische die Zusammenarbeit zwischen Waldbesitzern, Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen und Forstbehörden intensivieren.

Ansprechpartner an den Forstrevieren


Weitere Informationen
Detailinfos zum Borkenkäfer und Borkenkäfer-Monitoring:

Borkenkäferinfoportal - Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft Externer Link