Vermehrtes Auftreten
Eichenprozessionsspinner

Der Landkreis Donau-Ries gilt als Befallsgebiet
In den letzten Wochen wird vermehrt das Auftreten von Eichenprozessionsspinnerraupen gemeldet. Ein besonders starker Befall wurde im Bereich Monheim und im nördlichen Landkreis um Fremdingen festgestellt.
Teilweise Kahlfraß der Eichenkronen
Der Befall ist heuer noch einmal deutlich stärker als 2017. An fast allen freistehenden Eichen und sehr vielen Eichen am Waldrand kann man die Raupen beobachten. Bei besonders starkem Befall führt dies sogar zum Kahlfraß der Eichenkronen. Zurzeit kann man solche Eichen schon von weiten erkennen.
Auf Grund der Erfahrungen der letzten Jahre wurden Eichen auf öffentlichen Plätzen sowie Kindergärten und Schulen gegen den Raupenbefall behandelt. Eine Ausweitung der Bekämpfung gegen den Eichenprozessionsspinner auf alle Waldränder und im Wald ist aus rechtlichen und praktischen Gesichtspunkten nicht möglich.

Da der Kontakt mit den Brennhaaren der Raupen bei Menschen, aber auch bei Tieren, starke Reizungen der Haut und der Atemwege hervorrufen kann, geben wir folgende Empfehlungen beim Aufenthalt in der Natur:

  • Berühren Sie auf keinen Fall behaarte Raupen.
  • Berühren Sie auf keinen Fall die Gespinstnester des Eichenprozessionsspinners. Die Gespinstnester des Eichenprozessionsspinners befinden sich am Stamm der Eichen oder an der Unterseite stärkerer Äste. Weiße Gespinste in den Ästen von Pfaffenhütchen oder flächige Gespinste an Traubenkirsche sind nicht vom Eichenprozessionsspinner.
  • Meiden Sie den längeren Aufenthalt unter Eichen. Da die Raupen von Anfang Mai bis Anfang Juli aktiv sind, können in dieser Zeit auch Raupenhaare nur auf Grund der starken Raupenwanderungen vom Baum herunterrieseln und auf ungeschützten Hautpartien Ausschläge bewirken.
  • Meiden sie unbedingt Waldränder und Waldgebiete mit kahlgefressenen Eichen.
  • Wenn Sie nach dem Aufenthalt in der Natur Hautausschläge bekommen, wenden Sie sich an Ihren Hausarzt oder Apotheker.
Weitere Entwicklung und Folgen
Anfang Juli ziehen sich die Raupen in ihre Gespinstnester zurück und verpuppen sich dort. Aus diesen Nestern schlüpft dann Anfang August die fertigen Falter. Diese paaren sich, und das Weibchen legt die Eier an den feinen Ästen in den Eichenkronen ab. Neue Raupen sind dann erst wieder im Mai des folgenden Jahres unterwegs.
Ab Mitte Juli muss man im Wald nicht mehr mit Raupen rechnen. Jedoch sind die Gespinstnester, in denen sich die Raupen tagsüber verstecken und in denen sie sich auch Häuten, noch in den Bäumen. Auch wenn die Gespinstnester schon ein oder zwei Jahre alt sind, kann der Kontakt mit ihnen noch zu Hautauschlägen führen.
Die Eichen, die im Juni von den Prozessionsspinnern kahlgefressen werden, können den Blattverlust durch den sogenannten Johannitrieb Ende Juni wieder ausgleichen. Sie sind im Juli wieder grün. Allerdings sind sie in Jahren mit Kahlfraß anfällig für andere Schädlinge, z.B. den Eichenprachtkäfer.
Die weitere Entwicklung des Eichenprozessionsspinners ist schwer vorauszusagen. Erfahrungsgemäß brechen Schädlingspopulationen nach Jahren der Massenvermehrung auch wieder zusammen. Fressfeinde, Krankheiten und ungünstige Witterung können dies Bewirken. Mit einem vollständigen Verschwinden des Eichenprozessionsspinners kann allerdings nicht gerechnet werden.

Zuständigkeit bei Fragen zum Eichenprozessionsspinner

Bei allen Fragen zur Waldbewirtschaftung im Zusammenhang mit dem Eichenprozessionsspinner berät das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Nördlingen. Sofern Aspekte des Gesundheitsschutzes betroffen sind, ist das zuständige Ordnungsamt der Stadt oder Gemeinde Ansprechpartner.
Weitere Informationen zum Eichenprozessionsspinner: