Erfahrungen in Theorie und Praxis
Weniger Mais durch Silphie?

Der hohe Maisanteil in der Fruchtfolge in einigen Gemeinden sorgt in der Bevölkerung immer wieder für Diskussionen. Begriffe wie "Vermaisung der Landschaft" oder "Maiswüsten" prägen und dramatisieren das Image dieser Kulturpflanze. Dabei gibt es im Landkreis Donau-Ries Landwirte, die mit Alternativen zum Maisanbau wahre Pionierarbeit leisten.

Zu diesem Thema veranstaltete das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Nördlingen im September 2018 ein Informationstreffen vor Ort mit Besichtigung eines erntereifen Silphiebestandes. Die beiden Biogasbetriebe Heribert Schlamp und Hubert Kapfer aus Marxheim berichteten über ihre ersten Erfahrungen mit dem Anbau der Ersatzkultur Silphie.
Helmut Stöcker vom AELF stellte die Pflanze mit all ihren biologischen Eigenschaften vor. Danach ging Ralf Brodmann von der Firma Donau-Silphie (Baden-Württemberg) auf die Anforderungen der Kulturpflanze im Anbau ein. Das Unternehmen übernimmt deutschlandweit die kombinierte Aussaat der Silphie zusammen mit dem Mais (halbe Saatstärke) und berät die Landwirte, bis sich der Bestand etabliert hat. Durch die 10- bis 15-jährige Nutzung verteilen sich die Ansaatkosten nach seiner Aussage von ca. 2.000 €/ha auf mehrere Jahren. Im Ansaatjahr werde der kombiniert gesäte Mais geerntet, im Folgejahr sei eine erstmalige Nutzung der Silphie möglich.
Kennzeichen der Silphie
Silphie ist eine tiefwurzelnde Pflanze, die für Erosionen kaum anfällig ist und außerdem den Stickstoff im Boden festhält, so dass keine Auswaschung ins Grundwasser erfolgen kann. Außerdem bietet die intensiv gelbblühende Pflanze im Sommer den Bienen und wildlebenden Insekten reichlich Pollen und Nektar, so dass mit dem Anbau der Pflanze auch etwas gegen das Artensterben getan wird.
Versuchsergebnisse aus ganz Bayern zeigen, dass vor allem auf für den Silomais ungünstigen Standorten die Erzeugung von Methan in Biogasanlagen kostengünstiger durch Silphie erfolgen kann. Auf Böden mit hohem Ertragspotential ist der Mais leicht überlegen. Da aber Silphie von 2018 an als ökologische Vorrangfläche (ÖVF) angerechnet werden kann und keinen Pflanzenschutzmitteleinsatz braucht, wird der Anbau immer interessanter.
Großes Interesse
Die zahlreichen Teilnehmer nahmen viele Informationen und vor allem praktischen Erfahrungen mit. Das große Interesse hat gezeigt, dass sich unsere Landwirte Gedanken über Alternativen zum Maisanbau machen.